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Ergebnis-Bericht Diplom-Biologe Wolfgang Lippert, Berlin Ornithologe und Vogelstimmenexperte:

Mit der Kartierung von Brutvögeln soll der Beweis erbracht werden, dass diese Form der "ursprünglichen Bewirtschaftung" Naturpflege ist. Vöel sind dafür "Bio-Indikatoren".
Deshalb werden von April bis Juli in 3 bis 4 Kartiergängen auf den Milchschaf- und Pferde-Weideflächen des Georgshof die Anzahl und das Artspektrum von Brutvögeln und Randsiedlern erfasst.
Methodisch wir dafür so vorgegangen, dass die singenden Vogelmännchen gezählt werden. Besetzt ein Vogel für die Brut ein Revier, so zeigt er anderen Männchen der gleichen Art durch Gesang an, dass dieses Revier besetzt ist. Ein Revier ist immer so groß, dass das Paar bequem Junge aufziehen kann. So erkennt der Biologe durch das Abhören der Gesänge, wie viele Vögel und welche Arten rund um solche Weideflächen zu hören sind.
Hier geht es um den Nachweis, inwieweit das Beweiden durch Milchschafe und Pferde von einstigem Ackerland, das das jetzt begrünt ist und von Grünland-Senken bestimmten Vogelarten (überhaupt oder sogar) mehr Nahrung bietet. Von Rinderweide-Flächen und den dort anfallenden "Kuhfladen" ist das bereits bewiesen.

Wegen der strukturreichen Kleinflächigkeit gelten die Schaf- und Pferdeweiden des Georgshofes ausschliesslich als Nahrungsflächen für Brutvogel-Randsiedler, nicht als Brutplätze. Die Neststandorte befinden sich in den angrenzenden trockenen Kiefernforsten. Insekten - Nahrung finden sie dann auf dem Erdboden der Weideflächen. Bei hohem Gräseraufwuchs ohne Bewirtschaftung kommen sie an Insektennahrung auf dem Boden nicht heran. Dadurch ist die Zahl der Brutvögel kleiner!

Im Umfeld wurden bei den Begehungen 46 verschieden Brutvogel - Arten festgestellt. Diese Zahl wurde auf den mageren, langweiligen Flächen nicht erwartet. Diese hohe Zahl ist Ergebnis der 1998 begonnenen, ursprünglichen Form der Bewirtschaftung. Sie führt zu Stickstoff-Ausmagerung in unserer nitrat-überlasteten Landschaft.

Magerflächen liefern Artenvielfalt sowohl im Kleinen als auch im Großen, d. h. auf Magerflächen ist die Insektenlebewelt vielfältiger. Vielfalt an Insekten liefert einer Vielfalt von Wirbeltieren Nahrung. Es wurden deshalb für diese Untersuchung Vögel als "Indikator" gewählt, um das zu beweisen.

"Wertgebend" für die Nutzungsflächen sind die nachgewiesenen, seltenen Arten:
Braunkehlchen
Ortolan
Heidelerche
Neuntöter
Schwarzkehlchen
Hänfling

Folgende Arten sind wohl nicht durch die Beweidung im Randbereich ans�ssig: Tannenmeise, Haubenmeise, Wintergoldhähnchen, Buntspecht, Kleinspecht, Schwarzspecht, Grünspecht, Kleiber.

Jedes Jahr hat sein eigenes Artenspektrum, Vogelbestände wechseln von Jahr zu Jahr. Nachdem auch im zweiten Jahr des Projektes die gleich große Anzahl an Arten nachgewiesen werden konnte, sogar noch etwas angestiegen,

gilt der Nachweis als erbracht: diese Form der Bewirtschaftung ist Naturpflege.

Tabelle der Vögel